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U-Taktische Ausbildung: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 29. Januar 2026, 16:58 Uhr

Datenblatt U-Taktische Ausbildung
U-Taktische Ausbildung (Unterseeboot-Taktische Ausbildung) war der finale kognitive Schliff für das Führungspersonal. Während in den Schießlehrgängen das Handwerk des Torpedoschusses geübt wurde, lernte man hier das strategische Denken: Wie führt man ein Boot oder eine ganze Gruppe von Booten erfolgreich gegen einen geschützten Geleitzug.
Ziele und theoretische Grundlagen
Das Hauptziel war die Vermittlung der sogenannten Rudeltaktik, die maßgeblich von Karl Dönitz entwickelt worden war. Die Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 lernten hier, dass ein einzelnes Unterseeboot gegen moderne Sicherungsmittel kaum eine Chance hatte. Die Ausbildung konzentrierte sich darauf, wie man einen Geleitzug findet, Fühlung hält, andere Boote per Funk heranführt und dann koordiniert bei Nacht über Wasser angreift. Ein zentraler Punkt war das Verständnis der gegnerischen Abwehrtaktiken wie Radar und Asdic (Schallortung), um deren Schwachstellen auszunutzen.
Die Ausbildung am Taktik-Simulator
Ein Großteil dieser Ausbildung fand an Land in spezialisierten Taktik-Lehrsälen statt, zum Beispiel bei der 2. Unterseeboot-Lehrdivision. Hier gab es riesige Tische, auf denen Schiffsbewegungen mit Modellen dargestellt wurden. Die Offiziere mussten in Planspielen auf unvorhergesehene Situationen reagieren. Wenn der Ausbilder zum Beispiel meldete, dass ein Zerstörer aus dem Nebel auftaucht, musste der Schüler innerhalb von Sekunden entscheiden: Angreifen, Ablaufen oder Alarmtauchen. Diese Trockenübungen waren entscheidend, um die taktischen Instinkte zu schärfen.
Praktische Übungen in der Ostsee
In der zweiten Phase wurde das Gelernte auf See umgesetzt. Bei den taktischen Übungsfahrten der Unterseeboot-Lehrdivisionen simulierten mehrere Schulboote ein Wolfsrudel. Ein Verband aus Zielschiffen und Sicherungsfahrzeugen diente als Geleitzug. Die angehenden Kommandanten mussten die Funkdisziplin wahren und ihre Angriffe zeitlich so abstimmen, dass die Abwehr des Gegners durch die Vielzahl der Angreifer überfordert wurde. Hierbei wurde besonders das Halten der Fühlung bei schlechter Sicht und das taktische Manövrieren an der Wasseroberfläche bei Nacht gedrillt.
Zusammenarbeit mit der Luftwaffe
Ein weiterer Aspekt der taktischen Ausbildung war die Kooperation mit Fernaufklärern der Luftwaffe. Die Offiziere lernten, wie man Positionsmeldungen von Flugzeugen interpretiert und wie man das eigene Boot als Funkfeuer für einfliegende Maschinen einsetzt. Diese kombinierte Kriegführung war besonders in den Jahren 1941 und 1942 ein Schwerpunkt der Lehrgänge, bevor die alliierte Luftüberlegenheit diese Zusammenarbeit fast unmöglich machte.
Literaturverweise
Marine-Dienstvorschrift Nummer 320 Diese Vorschrift mit dem Titel Taktische Anweisungen für U-Boote war das geheime Lehrbuch, in dem alle Regeln der Rudeltaktik und der Angriffsführung festgeschrieben waren.
Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 7 In den Akten der Seekriegsleitung sind die Auswertungen der taktischen Übungen dokumentiert, die als Grundlage für die ständige Verbesserung der Lehrpläne dienten.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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