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Marine Kriegsakademie: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Marine-Kriegsakademie diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Hier wurden ausgewählte Offiziere in Strategie, Taktik, Seekriegsgeschichte und operativer Planung geschult. Ziel war es, Offiziere zu befähigen, komplexe Verbände zu führen und in den höchsten Stäben der Seekriegsleitung (Skl) oder den Marinegruppenkommandos tätig zu sein.
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| Standorte: || colspan="3" | Hauptstandort Berlin (Kieler Straße) zur Nähe zum O.K.M.; kriegsbedingt Auslagerungen und Kurzlehrgänge an Standorten wie Bad Homburg.
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| Ausbildungsprofil: || colspan="3" | Zweijähriges Studium (im Krieg gestrafft) zum Admiralstabsoffizier. Schwerpunkte: Operative Flottenführung, Logistik, Völkerrecht und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
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| Methodik: || colspan="3" | Durchführung komplexer „Kriegsspiele“ am Kartentisch zur Simulation und Bewertung fiktiver Großoperationen und taktischer Szenarien.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Faktische Auflösung durch Fronteinsatz des Personals. Sicherstellung der Studien durch Alliierte zur Analyse der deutschen Seekriegsführung.
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| Wissenschaftlicher Fokus: || colspan="3" | Erstellung von Denkschriften zur Tonnagekrieg-Theorie und zur strategischen Bedeutung überseeischer Stützpunkte für die Handelskriegführung.
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| Selektionskriterien: || colspan="3" | Nur Offiziere mit hervorragenden Beurteilungen und mehrjähriger Fronterfahrung erhielten die Zulassung zu den strengen Aufnahmeprüfungen.
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| colspan="3" | Die Marineakademie wurde am 13.03.1872 in Kiel zur Ausbildung von Offizieren für den Admiralstab gegründet. Die Gründung der Akademie wurde nach der Schaffung der Kaiserlichen Marine 1871 und der Kaiserlichen Admiralität 1872 im März 1872 beschlossen. Untergebracht war die Akademie in der Muhliusstraße in Kiel. 1878 zog die Marineakademie in einen Neubau au dem Gelände der ehemaligen Badeanstalt in Düsternbrook um. Die neue Marineakademie sollte, so die Dienstvorschrift vom 28.05.1900, "die Seeoffiziere durch weitere wissenschaftliche Fortbildung in den Stand setzen, sich für die höheren Stellen der Marine besonders geeignet zu machen". Als Vorbild diente die Preußische Kriegsakademie, die die Generalstabsoffiziere der Preußischen Armee ausbildete. Der Lehrplan umfasste marinespezifische Fächer wie z. B. Seekriegsgeschichte und allgemeinbildende Fächer. Zudem musste jeder Lehrgangsteilnehmer die Vorlesungen für zwei moderne Fremdsprachen besuchen. Die Ausbildung dauerte zu Beginn drei Jahre und wurde 1883 auf zwei Jahre verkürzt. In dieser Ausbildung wurden 8–9 Unterrichtseinheiten (von 1½ Stunden Länge) verbindliche Lehrfächer unterrichtet sowie zwischen 13 und 22 Wochenstunden in Wahlfächern angeboten.  
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| Stab des B.d.U.: || colspan="3" | Viele Schlüsseloffiziere im Stab von Karl Dönitz waren Akademie-Absolventen und planten dort die operative Führung der Rudeltaktik sowie den Einsatz der Versorgungsboote vom Typ [[XIV]].
 
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| colspan="3" | Disziplinarisch unterstand die Marineakademie der Marineinspektion des Bildungswesens. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg mußte die Marineakademie ihren Ausbildungsbetrieb 1919 einstellen. Zur Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrages wurden in Berlin so genannte Führergehilfenausbildung geschaffen. Ab 1931 wurde diese verdeckte Generalstabsausbildung in Kiel fortgeführt. Am 1. Juni 1935 wurde die Marineakademie in Kiel dann wieder offiziell eröffnet. Ihren Dienstbetrieb stellte die Akademie bei Kriegsbeginn wieder ein, die Angehörigen der Akademie wurden auf ihre Mob-Dienststellen verteilt. Die anfallenden Geschäfte nahm der Lehrer bei der Inspektion des Bildungswesens und der Marineakademie, Konteradmiral Donner, wahr. Mit dem Verlauf des Krieges stieg der bedarf an ausgebildeten Generalstabsoffizieren wieder, so dass die Akademie, jetzt als Marinekriegsakademie, im Mai 1943 ihren Ausbildungsbetrieb in Berlin-Zehlendorf wieder neu aufnahm. Im September 1943 verlegte die Marinekriegsakademie nach Bad Homburg v.d.Höhe. Im Februar 1945 wurde der Dienstbetrieb eingestellt.
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| Taktik-Transfer: || colspan="3" | Wissenschaftliche Studien zum Handelskrieg flossen direkt in die taktischen Anweisungen für Kommandanten von Booten wie dem Typ [[VII C]] oder Typ [[IX C]] ein.
 
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| colspan="3" | Der Standort Bad Homburg vor der Höhe ist zu Zeiten der Wehrmacht kein großer Standort gewesen. Es gab nur wenige Einheiten um den Ort im Taunus. Interessant ist sicherlich die Lage eine Marineschule in der Garnison.
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| Flottillenführung: || colspan="3" | Zahlreiche Chefs der U-Boot-Flottillen besaßen die Admiralstabs-Ausbildung, was ein einheitliches Führungsverständnis zwischen Front und Seekriegsleitung garantierte.
 
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen und der Marineakademie (Lehrpläne, Studienarbeiten und Teilnehmerlisten).
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Zuweisung von Akademieabsolventen in operative Abteilungen).
 
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| colspan="3" | Lexikon der Wehrmacht [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Marineschulen/Marineakademie-R.htm | → Marine Kriegsakademie]
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| BArch RM 20 / 904 || colspan="3" | Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Auswahlkriterien für den Admiralstabsdienst).
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Erziehungs- und Bildungswesen).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Mulligan, Timothy P. || colspan="3" | "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Bildungswege der Elite-Offiziere).
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 13:44 Uhr

Ausbildung Marine-Kriegsakademie
Die Marine-Kriegsakademie diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Hier wurden ausgewählte Offiziere in Strategie, Taktik, Seekriegsgeschichte und operativer Planung geschult. Ziel war es, Offiziere zu befähigen, komplexe Verbände zu führen und in den höchsten Stäben der Seekriegsleitung (Skl) oder den Marinegruppenkommandos tätig zu sein.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Hauptstandort Berlin (Kieler Straße) zur Nähe zum O.K.M.; kriegsbedingt Auslagerungen und Kurzlehrgänge an Standorten wie Bad Homburg.
Ausbildungsprofil: Zweijähriges Studium (im Krieg gestrafft) zum Admiralstabsoffizier. Schwerpunkte: Operative Flottenführung, Logistik, Völkerrecht und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Methodik: Durchführung komplexer „Kriegsspiele“ am Kartentisch zur Simulation und Bewertung fiktiver Großoperationen und taktischer Szenarien.
Kriegsende: Mai 1945: Faktische Auflösung durch Fronteinsatz des Personals. Sicherstellung der Studien durch Alliierte zur Analyse der deutschen Seekriegsführung.
Spezifische Merkmale & Spezialisierung
Admiralstabsdienst: Die Absolventen führten nach erfolgreichem Abschluss den Zusatz „i.A.“ (im Admiralstabsdienst) hinter ihrer Dienstgradbezeichnung.
Wissenschaftlicher Fokus: Erstellung von Denkschriften zur Tonnagekrieg-Theorie und zur strategischen Bedeutung überseeischer Stützpunkte für die Handelskriegführung.
Selektionskriterien: Nur Offiziere mit hervorragenden Beurteilungen und mehrjähriger Fronterfahrung erhielten die Zulassung zu den strengen Aufnahmeprüfungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stab des B.d.U.: Viele Schlüsseloffiziere im Stab von Karl Dönitz waren Akademie-Absolventen und planten dort die operative Führung der Rudeltaktik sowie den Einsatz der Versorgungsboote vom Typ XIV.
Taktik-Transfer: Wissenschaftliche Studien zum Handelskrieg flossen direkt in die taktischen Anweisungen für Kommandanten von Booten wie dem Typ VII C oder Typ IX C ein.
Flottillenführung: Zahlreiche Chefs der U-Boot-Flottillen besaßen die Admiralstabs-Ausbildung, was ein einheitliches Führungsverständnis zwischen Front und Seekriegsleitung garantierte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marineschulen und der Marineakademie (Lehrpläne, Studienarbeiten und Teilnehmerlisten).
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Zuweisung von Akademieabsolventen in operative Abteilungen).
BArch RM 20 / 904 Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Auswahlkriterien für den Admiralstabsdienst).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Erziehungs- und Bildungswesen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Mulligan, Timothy P. "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Bildungswege der Elite-Offiziere).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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