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Sonderkommando Schomburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| colspan="2" | Die Sonderkommandos Schomburg wurden unter der Führung des ehemaligen U-Boot-Kommandanten Kapitänleutnant Heinz Schomburg (U 561) innerhalb des Kommandos der Kleinkampfverbände formiert. Schomburg brachte seine Fronterfahrung aus dem Atlantik und Mittelmeer in die taktische Ausbildung und Einsatzführung der neuartigen Kleinst-U-Boote (Typ Biber und Molch) ein. Die Kommandos operierten vornehmlich in den flachen Küstengewässern der Nordsee und im Ärmelkanal gegen alliierte Invasions- und Nachschubverbände. Aufgrund der extremen Verlustraten bei den K-Verbänden dienten diese Sonderkommandos als personelle Elitekerne für die Durchführung riskanter Offensivunternehmungen in der Endphase des Krieges.
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| colspan="2" | Das Sonderkommando Schomburg wurde im Oktober 1944 unter Kapitänleutnant Heinz Schomburg (U 561) als Teil des Lehrkommandos 600 aufgestellt. Die Einheit war auf die Ausbildung und den Einsatz italienischer Sturmkampfmittel (Mezzi d’Assalto) spezialisiert. Nach der Ausbildung am Lago Maggiore (Castelletto) verlegte das Kommando im Herbst 1944 nach List auf Sylt. Im Fokus stand die Schulung an Einmann-Sprengbooten des Typs MTM sowie an Zweimann-Torpedoschnellbooten des Typs MTSMA (SMA). Schomburg koordinierte als Chef des Sonderkommandos die Integration dieser hochspezialisierten Fahrzeuge in die deutsche Seekriegsführung bis zur Auflösung bei Kriegsende im Mai 1945.
 
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| Aufstellung: || colspan="3" | 1944; nach der Umgliederung von erfahrenem U-Boot-Personal zu den K-Verbänden.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Oktober 1944; innerhalb der Lehrkommandos 600 (K-Verbände).
 
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| Aufgabe: || colspan="3" | Führung von Kleinst-U-Boot-Angriffen; taktische Ausbildung; Erprobung neuer Angriffsmethoden.
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| Aufgabe: || colspan="3" | Ausbildung an italienischen Sturmbooten (MTM/SMA); Taktikschulung; Bereitstellung der Fahrzeuge.
 
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| Unterstellung: || colspan="3" | Kommando der Kleinkampfverbände (Vizeadmiral Heye).
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| Unterstellung: || colspan="3" | Kommando der Kleinkampfverbände (Vizeadmiral Heye); Lehrkommando 600.
 
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| Ende 1945: || colspan="3" | Mai 1945; Auflösung des Kommandos; Gefangennahme im norddeutschen Raum.
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| Ende 1945: || colspan="3" | 08.05.1945; Auflösung nach der Verlegung in den Nordraum (Sylt).
 
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| Kommandeur: || colspan="3" | Kapitänleutnant Heinz Schomburg (Träger des Deutschen Kreuzes in Gold).
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| Standorte: || colspan="3" | Bis Okt. 1944 Castelletto (Lago Maggiore); danach List auf Sylt (Nordspitze).
 
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| Einsatzmittel: || colspan="3" | Einmann-U-Boote vom Typ „Biber“ sowie zeitweise Sprengboote (Linse).
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| Kampfmittel: || colspan="3" | Einmann-Sprengboote Typ MTM; Zweimann-Torpedoboote Typ MTSMA (SMA).
 
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| Personal: || colspan="3" | Hoher Anteil an Freiwilligen mit vorheriger Erfahrung in der U-Boot-Waffe.
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| Kooperation: || colspan="3" | Enge fachliche Nachbarschaft zur italienischen Sturmbootschule Sant Anna.
 
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| Wissenstransfer: || colspan="3" | Nutzung der Erfahrung aus dem Frontdienst auf herkömmlichen U-Booten für die Kleinst-U-Boot-Taktik.
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| Wissenstransfer: || colspan="3" | Übertragung der Angriffstaktik von erfahrenen U-Boot-Kommandanten auf Kleinst-Schnellkampfmittel.
 
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| Auffang: || colspan="3" | Integration von Kommandanten und Offizieren der U-Boot-Waffe nach dem Verlust ihrer Boote.
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| Personalersatz: || colspan="3" | Umgliederung von U-Boot-Personal für den Einsatz auf italienischen Sonderfahrzeugen gegen Kriegsende.
 
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| Kampfweise: || colspan="3" | Fortführung des „U-Boot-Geistes“ unter den Bedingungen technisch unterlegener Kleinkampfmittel.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Leitung der spezialisierten Schulungsgruppen 601 (Castelletto) und 602 (Stresa) durch Marine-Fachkader.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegang von Heinz Schomburg (U 561 und K-Verbände).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegang Heinz Schomburg (U 561 / Lehrkommando 600).
 
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Kleinkampfverbände: Unterlagen über die personelle Zusammensetzung der K-Flottillen.
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Kleinkampfverbände: Unterlagen über die Lehrkommandos 600, 601 und 602.
 
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| BArch RM 87 || colspan="3" | Befehlshaber der Unterseeboote: Abgangsmeldungen von Personal zu den K-Verbänden.
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die Übernahme italienischer Sturmkampfmittel (MTM/SMA).
 
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| Busch / Röll || colspan="3" | „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Kleinkampfverbände).
 
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| Blocksdorf, Helmut || colspan="3" | „Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“.
 
| Blocksdorf, Helmut || colspan="3" | „Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Kleinkampfverbände).
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| Greene / Massignani || colspan="3" | „The Black Prince and the Sea Devils: The Story of Valerio Borghese and the Decima MAS“.
 
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Aktuelle Version vom 12. März 2026, 08:44 Uhr

Verband Sonderkommando Schomburg
Das Sonderkommando Schomburg wurde im Oktober 1944 unter Kapitänleutnant Heinz Schomburg (U 561) als Teil des Lehrkommandos 600 aufgestellt. Die Einheit war auf die Ausbildung und den Einsatz italienischer Sturmkampfmittel (Mezzi d’Assalto) spezialisiert. Nach der Ausbildung am Lago Maggiore (Castelletto) verlegte das Kommando im Herbst 1944 nach List auf Sylt. Im Fokus stand die Schulung an Einmann-Sprengbooten des Typs MTM sowie an Zweimann-Torpedoschnellbooten des Typs MTSMA (SMA). Schomburg koordinierte als Chef des Sonderkommandos die Integration dieser hochspezialisierten Fahrzeuge in die deutsche Seekriegsführung bis zur Auflösung bei Kriegsende im Mai 1945.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Oktober 1944; innerhalb der Lehrkommandos 600 (K-Verbände).
Aufgabe: Ausbildung an italienischen Sturmbooten (MTM/SMA); Taktikschulung; Bereitstellung der Fahrzeuge.
Unterstellung: Kommando der Kleinkampfverbände (Vizeadmiral Heye); Lehrkommando 600.
Ende 1945: 08.05.1945; Auflösung nach der Verlegung in den Nordraum (Sylt).
Spezifische Merkmale
Standorte: Bis Okt. 1944 Castelletto (Lago Maggiore); danach List auf Sylt (Nordspitze).
Kampfmittel: Einmann-Sprengboote Typ MTM; Zweimann-Torpedoboote Typ MTSMA (SMA).
Kooperation: Enge fachliche Nachbarschaft zur italienischen Sturmbootschule Sant Anna.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Wissenstransfer: Übertragung der Angriffstaktik von erfahrenen U-Boot-Kommandanten auf Kleinst-Schnellkampfmittel.
Personalersatz: Umgliederung von U-Boot-Personal für den Einsatz auf italienischen Sonderfahrzeugen gegen Kriegsende.
Ausbildung: Leitung der spezialisierten Schulungsgruppen 601 (Castelletto) und 602 (Stresa) durch Marine-Fachkader.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegang Heinz Schomburg (U 561 / Lehrkommando 600).
BArch RM 121 Kleinkampfverbände: Unterlagen über die Lehrkommandos 600, 601 und 602.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Übernahme italienischer Sturmkampfmittel (MTM/SMA).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Kleinkampfverbände).
Blocksdorf, Helmut „Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“.
Greene / Massignani „The Black Prince and the Sea Devils: The Story of Valerio Borghese and the Decima MAS“.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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