Aktionen

Marine Kriegsakademie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
+
|
{| class="wikitable"
+
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
 +
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Ausbildung
 
! '''Marine-Kriegsakademie'''
 
! '''Marine-Kriegsakademie'''
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Marine-Kriegsakademie diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Hier wurden ausgewählte Offiziere in den Bereichen Strategie, Taktik, Seekriegsgeschichte und operativer Planung geschult. Ziel war es, Offiziere zu befähigen, komplexe Verbände zu führen und in den höchsten Stäben der Seekriegsleitung oder den Marinegruppenkommando-Stellen tätig zu sein. Sie war das maritime Gegenstück zur Kriegsakademie des Heeres.
+
 
 +
| colspan="3" | Die Marine-Kriegsakademie diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Hier wurden ausgewählte Offiziere in Strategie, Taktik, Seekriegsgeschichte und operativer Planung geschult. Ziel war es, Offiziere zu befähigen, komplexe Verbände zu führen und in den höchsten Stäben der Seekriegsleitung (Skl) oder den Marinegruppenkommandos tätig zu sein.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufstellung und Standorte: Die Akademie wurde bereits in der Kaiserlichen Marine gegründet und nach der Zeit der Reichsmarine in der Kriegsmarine fortgeführt. Hauptstandort war Berlin (Kieler Straße), um die Nähe zum Oberkommando der Marine (O.K.M.) zu gewährleisten. Während des Krieges wurde der Lehrbetrieb aufgrund des hohen Bedarfs an Offizieren an der Front zeitweise eingeschränkt oder in Form von Kurzlehrgängen an wechselnden Standorten (u. a. Bad Homburg) weitergeführt. Sie unterstand fachlich der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
+
 
 +
| Standorte: || colspan="3" | Hauptstandort Berlin (Kieler Straße) zur Nähe zum O.K.M.; kriegsbedingt Auslagerungen und Kurzlehrgänge an Standorten wie Bad Homburg.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Ausbildungsprofil: Die Ausbildung zum Admiralstabsoffizier dauerte im Frieden zwei Jahre und wurde im Krieg gestrafft. Die Schwerpunkte lagen auf der operativen Führung großer Flottenverbände, der Logistik im Seekrieg, dem Völkerrecht sowie der Zusammenarbeit mit Heer und Luftwaffe. Ein wesentlicher Teil waren die „Kriegsspiele“, bei denen fiktive Operationen am Kartentisch durchgeplant und taktisch bewertet wurden.
+
 
 +
| Ausbildungsprofil: || colspan="3" | Zweijähriges Studium (im Krieg gestrafft) zum Admiralstabsoffizier. Schwerpunkte: Operative Flottenführung, Logistik, Völkerrecht und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In den letzten Kriegsmonaten 1945 war die Akademie faktisch aufgelöst, da fast alle Lehrkräfte und Schüler in operativen Stäben eingesetzt waren. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die verbliebenen Unterlagen und Studien der Akademie von den Alliierten sichergestellt, da sie wertvolle Erkenntnisse über die deutsche Seekriegsführung und die Planung von Großoperationen enthielten.
+
 
 +
| Methodik: || colspan="3" | Durchführung komplexer „Kriegsspiele“ am Kartentisch zur Simulation und Bewertung fiktiver Großoperationen und taktischer Szenarien.
 
|-
 
|-
 +
 +
| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Faktische Auflösung durch Fronteinsatz des Personals. Sicherstellung der Studien durch Alliierte zur Analyse der deutschen Seekriegsführung.
 +
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
+
! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Spezialisierung
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Strategische Planung des U-Boot-Krieges: Viele Offiziere im Stab des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) waren Absolventen der Kriegsakademie. Dort erlernten sie die notwendigen Planungswerkzeuge für die operative Führung der U-Boot-Rudel und die Koordination der Logistik (z. B. Einsatz von Versorgungs-U-Booten).
+
 
 +
| Admiralstabsdienst: || colspan="3" | Die Absolventen führten nach erfolgreichem Abschluss den Zusatz „i.A.(im Admiralstabsdienst) hinter ihrer Dienstgradbezeichnung.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Taktische Weiterentwicklung: In der Akademie wurden Studien zur Wirksamkeit des Handelskrieges und zur Durchbrechung von Blockaden erstellt. Diese wissenschaftliche Aufarbeitung floss direkt in die taktischen Anweisungen für die U-Boot-Kommandanten ein, insbesondere bei der Entwicklung von Angriffsverfahren gegen schwer gesicherte Geleitzüge.
+
 
 +
| Wissenschaftlicher Fokus: || colspan="3" | Erstellung von Denkschriften zur Tonnagekrieg-Theorie und zur strategischen Bedeutung überseeischer Stützpunkte für die Handelskriegführung.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Kaderschmiede für Flottillenchefs: Zahlreiche Chefs der U-Boot-Flottillen besaßen die Ausbildung der Kriegsakademie. Dies garantierte ein einheitliches Führungsverständnis und eine professionelle Stabarbeit in den Frontstützpunkten, was für die Kommunikation mit der Seekriegsleitung von entscheidender Bedeutung war.
+
 
 +
| Selektionskriterien: || colspan="3" | Nur Offiziere mit hervorragenden Beurteilungen und mehrjähriger Fronterfahrung erhielten die Zulassung zu den strengen Aufnahmeprüfungen.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
+
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen und der Marineakademie (Dokumentiert die Lehrpläne, Studienarbeiten und Teilnehmerlisten der Admiralstabslehrgänge).
+
 
 +
| Stab des B.d.U.: || colspan="3" | Viele Schlüsseloffiziere im Stab von Karl Dönitz waren Akademie-Absolventen und planten dort die operative Führung der Rudeltaktik sowie den Einsatz der Versorgungsboote vom Typ [[XIV]].
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 7 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die personelle Auswahl und Zuweisung von Akademieabsolventen in die operativen Abteilungen).
+
 
 +
| Taktik-Transfer: || colspan="3" | Wissenschaftliche Studien zum Handelskrieg flossen direkt in die taktischen Anweisungen für Kommandanten von Booten wie dem Typ [[VII C]] oder Typ [[IX C]] ein.
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 20 / 904 || colspan="3" | Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Enthält die Auswahlkriterien für den Zugang zur Marine-Kriegsakademie).
+
 
 +
| Flottillenführung: || colspan="3" | Zahlreiche Chefs der U-Boot-Flottillen besaßen die Admiralstabs-Ausbildung, was ein einheitliches Führungsverständnis zwischen Front und Seekriegsleitung garantierte.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Literaturverweise
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band III, Kapitel über das Erziehungs- und Bildungswesen).
+
 
 +
| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen und der Marineakademie (Lehrpläne, Studienarbeiten und Teilnehmerlisten).
 
|-
 
|-
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Direktoren und Dozenten der Akademie).
+
 
 +
| BArch RM 7 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Zuweisung von Akademieabsolventen in operative Abteilungen).
 
|-
 
|-
| Mulligan, Timothy P. || colspan="3" | Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der Bildungswege der Elite-Offiziere innerhalb der U-Boot-Waffe).
+
 
 +
| BArch RM 20 / 904 || colspan="3" | Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Auswahlkriterien für den Admiralstabsdienst).
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" |
+
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
 
 +
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Erziehungs- und Bildungswesen).
 +
|-
 +
 
 +
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
|-
 
|-
 +
 +
| Mulligan, Timothy P. || colspan="3" | "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Bildungswege der Elite-Offiziere).
 +
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
+
 
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
+
 
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
|-
 
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 13:44 Uhr

Ausbildung Marine-Kriegsakademie
Die Marine-Kriegsakademie diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Hier wurden ausgewählte Offiziere in Strategie, Taktik, Seekriegsgeschichte und operativer Planung geschult. Ziel war es, Offiziere zu befähigen, komplexe Verbände zu führen und in den höchsten Stäben der Seekriegsleitung (Skl) oder den Marinegruppenkommandos tätig zu sein.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Hauptstandort Berlin (Kieler Straße) zur Nähe zum O.K.M.; kriegsbedingt Auslagerungen und Kurzlehrgänge an Standorten wie Bad Homburg.
Ausbildungsprofil: Zweijähriges Studium (im Krieg gestrafft) zum Admiralstabsoffizier. Schwerpunkte: Operative Flottenführung, Logistik, Völkerrecht und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Methodik: Durchführung komplexer „Kriegsspiele“ am Kartentisch zur Simulation und Bewertung fiktiver Großoperationen und taktischer Szenarien.
Kriegsende: Mai 1945: Faktische Auflösung durch Fronteinsatz des Personals. Sicherstellung der Studien durch Alliierte zur Analyse der deutschen Seekriegsführung.
Spezifische Merkmale & Spezialisierung
Admiralstabsdienst: Die Absolventen führten nach erfolgreichem Abschluss den Zusatz „i.A.“ (im Admiralstabsdienst) hinter ihrer Dienstgradbezeichnung.
Wissenschaftlicher Fokus: Erstellung von Denkschriften zur Tonnagekrieg-Theorie und zur strategischen Bedeutung überseeischer Stützpunkte für die Handelskriegführung.
Selektionskriterien: Nur Offiziere mit hervorragenden Beurteilungen und mehrjähriger Fronterfahrung erhielten die Zulassung zu den strengen Aufnahmeprüfungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stab des B.d.U.: Viele Schlüsseloffiziere im Stab von Karl Dönitz waren Akademie-Absolventen und planten dort die operative Führung der Rudeltaktik sowie den Einsatz der Versorgungsboote vom Typ XIV.
Taktik-Transfer: Wissenschaftliche Studien zum Handelskrieg flossen direkt in die taktischen Anweisungen für Kommandanten von Booten wie dem Typ VII C oder Typ IX C ein.
Flottillenführung: Zahlreiche Chefs der U-Boot-Flottillen besaßen die Admiralstabs-Ausbildung, was ein einheitliches Führungsverständnis zwischen Front und Seekriegsleitung garantierte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marineschulen und der Marineakademie (Lehrpläne, Studienarbeiten und Teilnehmerlisten).
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Zuweisung von Akademieabsolventen in operative Abteilungen).
BArch RM 20 / 904 Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Auswahlkriterien für den Admiralstabsdienst).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Erziehungs- und Bildungswesen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Mulligan, Timothy P. "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Bildungswege der Elite-Offiziere).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132