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Rangdienstalter: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Das R.D.A. ist das Datum, ab dem die Ernennung in einen bestimmten Dienstgrad offiziell wirksam wurde. Es ist nicht immer identisch mit dem Tag der tatsächlichen Beförderung oder der Aushändigung der Urkunde.
 
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| colspan="3" | Senioritätsprinzip: Bei zwei Offizieren mit demselben Dienstgrad (z. B. Kapitänleutnant) entscheidet das R.D.A., wer der Dienstältere ist. Derjenige mit dem früheren R.D.A. ist dem anderen gegenüber weisungsbefugt.
 
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| colspan="3" | Zusatzbuchstaben: Oft wurde dem Datum ein Buchstabe hinzugefügt, z. B. 01.10.1942 (15), um die Reihenfolge innerhalb eines Beförderungsschubes (Jahrgang/Crew) festzulegen.
 
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| colspan="3" | Bedeutung für U-Boote: Wenn bei einem Kommandantenwechsel oder in einer Notlage auf See entschieden werden musste, wer das Kommando über eine Gruppe von Booten übernimmt, war das R.D.A. der ausschlaggebende Faktor.
 
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| colspan="3" | Entstehung: Das System des R.D.A. wurde mit der Aufstellung der preußischen Armee und später der Kaiserlichen Marine fest verankert und in der Kriegsmarine zur Perfektion geführt.
 
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| colspan="3" | In Biografien hilft das R.D.A., Beförderungssprünge (z. B. „Vorzugsbeförderungen“ nach Ritterkreuzverleihungen) zu identifizieren. Ein „vordatiertes“ R.D.A. war eine häufige Form der Auszeichnung für erfolgreiche U-Boot-Kommandanten, da sie dadurch in der Rangliste an ihren Crew-Kameraden vorbeizogen.
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| colspan="3" | Kommandoübernahme: Wenn ein Kommandant ausfiel, übernahm der dienstälteste Wachoffizier nach RDA das Kommando. Besonders auf Booten mit mehreren Offizieren der gleichen Crew war das RDA die einzige Entscheidungsgrundlage für die Befehlsgewalt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Festsetzung der Rangdienstalter und die Ranglistenführung in der Kriegsmarine
 
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| BArch PERS 6 / [Aktennummer] || colspan="3" | Offizierspersonalakten mit detaillierten Nachweisen über RDA-Festsetzungen und Umdatierungen
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| Bundesarchiv Bestand RM 6 || colspan="3" | Oberkommando der Kriegsmarine (O.K.M.). Hier liegen die Ranglisten der Deutschen Kriegsmarine. Diese gedruckten Verzeichnisse (bis 1944) sind nach Dienstgraden und innerhalb dieser nach dem R.D.A. sortiert.
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| Bundesarchiv Bestand PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. Auf dem Deckblatt und im tabellarischen Lebenslauf ist für jeden erreichten Dienstgrad das exakte R.D.A. vermerkt.
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| Wikipedia/Deutschland  || colspan="3" | → [https://de.wikipedia.org/wiki/Rangdienstalter| Rangdienstalter]
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Personalorganisation und dem Crew-System auf Lexikon der Wehrmacht)
 
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| Hildebrand, Hans H.: || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Bedeutung der Seniorität innerhalb des Offizierskorps auf Historisches Marinearchiv)
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 15:47 Uhr

Datenblatt Rangdienstalter
Das Rangdienstalter (R.D.A.) ist eine der wichtigsten Kennzahlen, um die Hierarchie und die Beförderungshistorie von Offizieren exakt zu dokumentieren. Es bestimmt den präzisen Rangplatz eines Offiziers innerhalb seiner Dienstgradgruppe.
Definition und Funktion
Das R.D.A. ist das Datum, ab dem die Ernennung in einen bestimmten Dienstgrad offiziell wirksam wurde. Es ist nicht immer identisch mit dem Tag der tatsächlichen Beförderung oder der Aushändigung der Urkunde.
Senioritätsprinzip: Bei zwei Offizieren mit demselben Dienstgrad (z. B. Kapitänleutnant) entscheidet das R.D.A., wer der Dienstältere ist. Derjenige mit dem früheren R.D.A. ist dem anderen gegenüber weisungsbefugt.
Zusatzbuchstaben: Oft wurde dem Datum ein Buchstabe hinzugefügt, z. B. 01.10.1942 (15), um die Reihenfolge innerhalb eines Beförderungsschubes (Jahrgang/Crew) festzulegen.
Bedeutung für U-Boote: Wenn bei einem Kommandantenwechsel oder in einer Notlage auf See entschieden werden musste, wer das Kommando über eine Gruppe von Booten übernimmt, war das R.D.A. der ausschlaggebende Faktor.
Entstehung und Ende
Entstehung: Das System des R.D.A. wurde mit der Aufstellung der preußischen Armee und später der Kaiserlichen Marine fest verankert und in der Kriegsmarine zur Perfektion geführt.
Ende: Mit der Auflösung der Wehrmacht im Mai 1945 verloren diese Daten ihre rechtliche Kraft, bleiben aber in der historischen Forschung die primäre Quelle zur Bestimmung von Karriereverläufen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kommandoübernahme: Wenn ein Kommandant ausfiel, übernahm der dienstälteste Wachoffizier nach RDA das Kommando. Besonders auf Booten mit mehreren Offizieren der gleichen Crew war das RDA die einzige Entscheidungsgrundlage für die Befehlsgewalt.
Beförderungsplanung: Der Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) nutzte das RDA, um die „Frontreife“ und die anstehenden Kommandanten-Lehrgänge für den Nachwuchs zu planen.
Personalhistorische Einordnung: In den Personalunterlagen (BArch PERS 6) ist das RDA neben dem Dienstgrad die wichtigste Angabe zur Karriere. Es erlaubt Historikern, die „Schnelligkeit“ einer Karriere im Vergleich zu Crew-Kameraden zu bewerten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Festsetzung der Rangdienstalter und die Ranglistenführung in der Kriegsmarine
BArch PERS 6 / [Aktennummer] Offizierspersonalakten mit detaillierten Nachweisen über RDA-Festsetzungen und Umdatierungen
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Personalorganisation und dem Crew-System auf Lexikon der Wehrmacht)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Bedeutung der Seniorität innerhalb des Offizierskorps auf Historisches Marinearchiv)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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