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Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere war eine spezialisierte waffentechnische Ausbildung, die sich mit dem Einsatz von Minen (Sperrwaffen) durch U-Boote befasste. In der Reichsmarine und Kriegsmarine war dies eine entscheidende Zusatzqualifikation, da U-Boote oft für verdeckte Minenoperationen in feindlichen Küstengewässern eingesetzt wurden.
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| colspan="3" | Der Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere war eine hochspezialisierte waffentechnische Ausbildung, die sich mit dem Einsatz von Minen (Sperrwaffen) durch U-Boote befasste. In der Reichsmarine und Kriegsmarine stellte dies eine entscheidende Zusatzqualifikation dar, da Boote häufig für verdeckte Minenoperationen in feindlichen Küstengewässern eingesetzt wurden, um Schifffahrtswege systematisch zu blockieren.
 
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| colspan="3" | Anfang: Mit der Entwicklung spezieller U-Minen (z. B. der Typen TMA und TMB) wurde dieser Lehrgang ab 1939/40 fester Bestandteil der spezialisierten Wachoffiziersausbildung. Hauptstandort war die Sperrwaffenschule (S.W.S.) in Kiel-Wik.
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| Entwicklung: || colspan="3" | Mit der Einführung spezieller U-Minen (Typen TMA und TMB) wurde der Lehrgang ab 1939/40 fester Bestandteil der spezialisierten Wachoffiziersausbildung.
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung primär an der Sperrwaffenschule (S.W.S.) in Kiel-Wik oder in Swinemünde. Obligatorisch für Personal, das für Boote mit Minenkapazität vorgesehen war.
 
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| Waffenkunde: || colspan="3" | Schulung an Minentypen wie der TMB (Torpedo-Minen-B) oder TMA. Vermittlung der Funktion von Magnet- und Akustikzündern sowie deren Empfindlichkeitseinstellungen.
 
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| colspan="3" | Das Legen von Minensperren (Sperrwaffen) gehörte zu den gefährlichsten Aufgaben eines Wachoffiziers. Der Lehrgang vermittelte das notwendige Wissen, um Minen sicher durch die Torpedorohre auszustoßen oder aus speziellen Minenschächten (beispielsweise beim Typ X B) zu legen. Ein Offizier, der bereits in der Reichsmarine als Flaggleutnant oder auf Einheiten der 1. Minensuchhalbflottille gedient hatte, brachte oft schon ein grundlegendes Verständnis für Minenfelder mit.
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| Minenmetrik: || colspan="3" | Präzise Berechnung der Abwurfintervalle und Verankerungstiefen unter Nutzung navigatorischer Kenntnisse aus dem Navigationslehrgang zur exakten Positionierung der Sperre.
 
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! colspan="3" | Ausbildungsstätten und Ausbildungsinhalte
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Taktik
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| colspan="3" | Der Lehrgang fand meist an der Sperrschule in Kiel-Wik oder in Swinemünde statt. Er war für Wachoffiziersschüler obligatorisch, die für Boote mit Minenkapazität vorgesehen waren. Nach erfolgreichem Abschluss wurde die Qualifikation in der Personalakte vermerkt, was die Einsatzmöglichkeiten in der Frontflottille erweiterte.
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| Minenschächte: || colspan="3" | Spezielle Einweisung in die Handhabung der vertikalen Minenschächte bei großen Minenlegern vom Typ [[X B]], die bis zu 66 Minen vom Typ SMA führen konnten.
 
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| colspan="3" | Ausbildungsinhalte waren:
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| Verdeckter Ausstoß: || colspan="3" | Drill im geräuscharmen Ausstoß von Minen durch die Torpedorohre bei getauchter Fahrt, um die Entdeckung durch feindliche Horchstellen zu vermeiden.
 
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| colspan="3" | Waffenkunde: Detaillierte Schulung an den verschiedenen Minentypen, wie der TMB (Torpedo-Minen-B) oder der TMA. Die Teilnehmer lernten die Funktion der Magnet- und Akustikzünder, die auch Thema im Ortungslehrgang waren.
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| Sicherheitsdrill: || colspan="3" | Verfahren zum Schärfen der Waffen unter den beengten Bedingungen an Bord und taktische Manöver zur gefahrlosen Räumung des eigenen Minenfeldes nach dem Legen.
 
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| colspan="3" | Minenmetrik: Die präzise Berechnung der Abwurfintervalle und der Verankerungstiefen war essentiell. Hierbei waren die navigatorischen Kenntnisse aus dem Navigationslehrgang die Grundvoraussetzung, um die Sperre exakt an der befohlenen Position zu legen.
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| Fronterfahrung: || colspan="3" | Einbeziehung von Hilfslehrern mit Einsatzerfahrung zur Vermittlung von Tipps für das Verhalten bei Entdeckung durch Einheiten wie die [[7. Minensuchflottille]] des Gegners.
| colspan="3" | Sicherheitsbestimmungen: Das Schärfen der Minen unter den engen Bedingungen an Bord und die Vermeidung von Eigengefährdung beim Verlassen des Minenfeldes wurden intensiv gedrillt.
 
 
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! colspan="3" | Taktische Bedeutung
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Für einen künftigen Kommandanten war dieser Lehrgang die Basis für offensive Operationen vor feindlichen Häfen. Er lernte, wie er sein Boot unbemerkt in Position bringt und die Sperre so legt, dass sie für die gegnerische Abwehr schwer zu räumen war. Ein Hilfslehrer mit Fronterfahrung gab in diesen Kursen oft entscheidende Tipps zum Verhalten bei Entdeckung während des Minenlegens.
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| Offensiv-Einsatz: || colspan="3" | Befähigung des Wachoffiziers zur eigenständigen Vorbereitung und Durchführung von Minenunternehmungen vor feindlichen Haupthäfen und Engstellen.
 
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| Transit-Sicherheit: || colspan="3" | Das Wissen über Sperrwaffen war essentiell für das sichere Einlaufen in Stützpunkte wie den [[U-Stützpunkt Bergen]], die häufig Ziel britischer Luftminen-Abwürfe waren.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine wichtige taktische Zusatzqualifikation für den Einsatz auf Frontbooten wie dem Typ [[VII C]].
 
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| colspan="3" | Spezialaufgaben: U-Boote wurden häufig für verdeckte Minenunternehmungen eingesetzt. Der Absolvent des Lehrgangs war als Wachoffizier für die korrekte Vorbereitung und den Ausstoß der Minen verantwortlich.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| colspan="3" | Navigation: Das Wissen über Sperrwaffen war entscheidend für die sichere Navigation der Frontboote beim Ein- und Auslaufen in die französischen Atlantikstützpunkte, die permanent Ziel britischer Luftminen-Abwürfe waren.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine wichtige taktische Zusatzqualifikation für den Fronteinsatz.
 
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung im Minenkrieg.
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften der Sperrwaffenschule (S.W.S.) über Fachlehrgänge für U-Boot-Personal.
 
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung im Minenkrieg
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Berichte über die Durchführung von Minenunternehmungen und die dafür notwendige Ausbildung.
| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften der Sperrwaffenschule (S.W.S.) über Fachlehrgänge für U-Boot-Personal
 
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Berichte über die Durchführung von Minenunternehmungen und die dafür notwendige Ausbildung
 
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zu den Waffenschulen und Fachlehrgängen)
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Waffenschulen und Fachlehrgänge).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Details zu den über Torpedorohre ausgestoßenen Sperrwaffen).
 
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| Rössler, Eberhard: || colspan="3" | Die Torpedos der deutschen U-Boote (Beinhaltet Details zu den über Torpedorohre ausgestoßenen Sperrwaffen)
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | "Die Verteidigung der Küsten" (Bedeutung des Minenkrieges für die U-Boot-Waffe).
| Harnack, Wolfgang: || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten (Kontext zur Bedeutung des Minenkrieges für die U-Boot-Waffe)
 
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:24 Uhr

Ausbildung Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere
Der Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere war eine hochspezialisierte waffentechnische Ausbildung, die sich mit dem Einsatz von Minen (Sperrwaffen) durch U-Boote befasste. In der Reichsmarine und Kriegsmarine stellte dies eine entscheidende Zusatzqualifikation dar, da Boote häufig für verdeckte Minenoperationen in feindlichen Küstengewässern eingesetzt wurden, um Schifffahrtswege systematisch zu blockieren.
Kontext, Standorte und Ausbildungsinhalte
Entwicklung: Mit der Einführung spezieller U-Minen (Typen TMA und TMB) wurde der Lehrgang ab 1939/40 fester Bestandteil der spezialisierten Wachoffiziersausbildung.
Standorte: Durchführung primär an der Sperrwaffenschule (S.W.S.) in Kiel-Wik oder in Swinemünde. Obligatorisch für Personal, das für Boote mit Minenkapazität vorgesehen war.
Waffenkunde: Schulung an Minentypen wie der TMB (Torpedo-Minen-B) oder TMA. Vermittlung der Funktion von Magnet- und Akustikzündern sowie deren Empfindlichkeitseinstellungen.
Minenmetrik: Präzise Berechnung der Abwurfintervalle und Verankerungstiefen unter Nutzung navigatorischer Kenntnisse aus dem Navigationslehrgang zur exakten Positionierung der Sperre.
Spezifische Merkmale & Taktik
Minenschächte: Spezielle Einweisung in die Handhabung der vertikalen Minenschächte bei großen Minenlegern vom Typ X B, die bis zu 66 Minen vom Typ SMA führen konnten.
Verdeckter Ausstoß: Drill im geräuscharmen Ausstoß von Minen durch die Torpedorohre bei getauchter Fahrt, um die Entdeckung durch feindliche Horchstellen zu vermeiden.
Sicherheitsdrill: Verfahren zum Schärfen der Waffen unter den beengten Bedingungen an Bord und taktische Manöver zur gefahrlosen Räumung des eigenen Minenfeldes nach dem Legen.
Fronterfahrung: Einbeziehung von Hilfslehrern mit Einsatzerfahrung zur Vermittlung von Tipps für das Verhalten bei Entdeckung durch Einheiten wie die 7. Minensuchflottille des Gegners.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Offensiv-Einsatz: Befähigung des Wachoffiziers zur eigenständigen Vorbereitung und Durchführung von Minenunternehmungen vor feindlichen Haupthäfen und Engstellen.
Transit-Sicherheit: Das Wissen über Sperrwaffen war essentiell für das sichere Einlaufen in Stützpunkte wie den U-Stützpunkt Bergen, die häufig Ziel britischer Luftminen-Abwürfe waren.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine wichtige taktische Zusatzqualifikation für den Einsatz auf Frontbooten wie dem Typ VII C.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung im Minenkrieg.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften der Sperrwaffenschule (S.W.S.) über Fachlehrgänge für U-Boot-Personal.
BArch RM 3 / 1024 Berichte über die Durchführung von Minenunternehmungen und die dafür notwendige Ausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Waffenschulen und Fachlehrgänge).
Rössler, Eberhard "Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Details zu den über Torpedorohre ausgestoßenen Sperrwaffen).
Harnack, Wolfgang "Die Verteidigung der Küsten" (Bedeutung des Minenkrieges für die U-Boot-Waffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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