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Flottillenchef

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Datenblatt Flottillenchef
Der Chef einer Unterseebootsflottille (kurz: Flottillenchef) war die zentrale operative und administrative Instanz für alle ihm unterstellten U-Boote und deren Besatzungen an einem Stützpunkt.
Status und Qualifikation
Die Position wurde in der Kriegsmarine meist mit erfahrenen Offizieren im Rang eines Korvettenkapitäns, Fregattenkapitäns oder Kapitäns zur See besetzt, die sich zuvor als erfolgreiche Frontkommandanten bewährt hatten. Viele Flottillenchefs stammten aus den traditionsreichen Crews der Reichsmarine (beispielsweise der Crew 25 oder 26) und verfügten über eine fundierte Ausbildung an der Marine-Kriegsakademie.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Operative Vorbereitung: Der Chef trug die Verantwortung für die volle Gefechtsbereitschaft seiner Boote. Er überwachte die Baubelehrungen neuer Einheiten und stellte sicher, dass die Besatzungen alle notwendigen Fachkurse absolviert hatten.
Personalwesen: Er entschied über die Besetzung der Offiziersstellen an Bord und koordinierte die Zuweisung von Wachoffiziersschülern. Zudem verwaltete er die Personalreserve der Flottille.
Infrastruktur und Logistik: Er leitete den Stützpunkt (beispielsweise den U-Stützpunkt Bergen) und koordinierte die Instandsetzungsarbeiten in den Bunkeranlagen. Hierbei unterstand ihm ein Stab, dem unter anderem der Adjutant und der Obersteuermann beim Stab angehörten.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Fachliche Aufsicht: Der Flottillenchef war die erste Instanz bei der Auswertung der Kriegstagebücher. Er besprach die Feindfahrten mit den Kommandanten und gab taktische Anweisungen, die oft auf den Erkenntnissen der U-Taktischen Ausbildungsoffiziere basierten.
Disziplinarische Gewalt: Er war der oberste Gerichtsherr innerhalb der Flottille und sorgte für die Einhaltung der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung).
Schnittstelle zur Führung: Er bildete das Bindeglied zwischen den einzelnen Kommandanten und dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.). Er koordinierte zudem die Zusammenarbeit mit Sicherungsverbänden wie der 12. Vorpostenflottille oder der 6. Minensuchflottille beim Ein- und Auslaufen der Boote.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 91 Dienststellen der U-Boot-Waffe. Invenio Online-Recherche. Enthält die Kriegstagebücher und operativen Befehle der U-Flottillen.
Bundesarchiv, Signatur Pers 6 Personalakten von Offizieren der Wehrmacht. Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die Ernennungen und Beurteilungen der Flottillenchefs.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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