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| Dienststelle
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Torpedoschule (Flensburg-Mürwik)
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| Die Torpedoschule war das fachliche Zentrum der Kriegsmarine für die wichtigste Waffe der Unterseeboot-Waffe. Hier erhielten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften die theoretische und praktische Ausbildung, die für den erfolgreichen Einsatz von Torpedos unerlässlich war. Die traditionsreiche Einrichtung wurde bereits 1877 von Kaiser Wilhelm I. in Auftrag gegeben.
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| Standort und Entwicklung
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| Standort: |
Die Schule hatte ihren Sitz in Flensburg-Mürwik, in direkter Nachbarschaft zur Marineschule Mürwik. Der Zugang zur Flensburger Förde bot ideale Bedingungen für praktische Schießübungen.
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| Historie: |
Gegründet in der Kaiserlichen Marine, wurde die Schule unter der Reichsmarine und Kriegsmarine stetig ausgebaut. Im Jahr 1940 erfolgte aufgrund des enormen Bedarfs der wachsenden U-Boot-Flotte eine organisatorische Teilung, um die Ausbildungsmengen bewältigen zu können.
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| Kriegsende: |
Der Lehrbetrieb blieb bis Mai 1945 bestehen. In den letzten Kriegswochen wurde die Schule Teil des sogenannten "Objekts Mürwik", dem Sitz der letzten Reichsregierung unter Karl Dönitz. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 besetzten britische Truppen das Areal.
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| Aufgaben und Lehrgangsstruktur
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| Ausbildungsinhalte: |
Schulung des Personals für Wartung, Vorbereitung und Verschuss. Für Offiziere der Crew 1937/38 war der Torpedolehrgang ein Pflichtmodul nach der Seeoffizier-Hauptprüfung. Mannschaften wurden als Torpedogasten oder Torpedomechaniker ausgebildet.
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| Technikschulung: |
Vermittlung der Funktionsweise von Dampfgas- und Elektroantrieben, Justierung der Tiefensteuerung sowie Handhabung komplizierter Magnet- und Aufschlagzünder.
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| Praktischer Dienst: |
Die Schule verfügte über eigene Schul- und Torpedofangboote. In der Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht wurden tausende Übungsschüsse abgegeben, wobei die Umsetzung von Zieldaten am Torpedorechner im Fokus stand.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Krisenmanagement: |
Die Schule arbeitete eng mit der Torpedoversuchsanstalt (TVA) zusammen, um Fronterfahrungen einzubinden. Dies war besonders während der Torpedokrise 1940 (Zünder- und Tiefenlaufprobleme) entscheidend für die taktische Nachbesserung.
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| Fachpersonal: |
Hier wurden die Waffenwarte und Mechaniker ausgebildet, die in den Frontstützpunkten für die Einsatzbereitschaft der "Aale" verantwortlich waren. Die Beherrschung der Magnetzündung war dabei eine Kernqualifikation.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Torpedoschule Flensburg-Mürwik. Enthält Lehrgangspläne, Schießberichte und Prüfungsvorschriften für Torpedopersonal.
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| BArch RM 7 / 1215 |
Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Untersuchung der Torpedoversager (Torpedokrise) und deren Auswirkungen auf die Ausbildung.
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| BArch PERS 6 |
Personalunterlagen der Lehroffiziere und Ausbilder an der Torpedoschule im Zeitraum 1939–1945.
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| Literaturverweise
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| Rössler, Eberhard |
"Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Detaillierte Darstellung der Schulungsreviere und der technischen Ausbildung).
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Torpedowesen und den Standorten in Mürwik).
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| Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim |
"Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Details zur Ausbildung des spezialisierten Torpedopersonals).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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