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Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere

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Version vom 19. Februar 2026, 15:24 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Ausbildung Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere
Der Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere war eine hochspezialisierte waffentechnische Ausbildung, die sich mit dem Einsatz von Minen (Sperrwaffen) durch U-Boote befasste. In der Reichsmarine und Kriegsmarine stellte dies eine entscheidende Zusatzqualifikation dar, da Boote häufig für verdeckte Minenoperationen in feindlichen Küstengewässern eingesetzt wurden, um Schifffahrtswege systematisch zu blockieren.
Kontext, Standorte und Ausbildungsinhalte
Entwicklung: Mit der Einführung spezieller U-Minen (Typen TMA und TMB) wurde der Lehrgang ab 1939/40 fester Bestandteil der spezialisierten Wachoffiziersausbildung.
Standorte: Durchführung primär an der Sperrwaffenschule (S.W.S.) in Kiel-Wik oder in Swinemünde. Obligatorisch für Personal, das für Boote mit Minenkapazität vorgesehen war.
Waffenkunde: Schulung an Minentypen wie der TMB (Torpedo-Minen-B) oder TMA. Vermittlung der Funktion von Magnet- und Akustikzündern sowie deren Empfindlichkeitseinstellungen.
Minenmetrik: Präzise Berechnung der Abwurfintervalle und Verankerungstiefen unter Nutzung navigatorischer Kenntnisse aus dem Navigationslehrgang zur exakten Positionierung der Sperre.
Spezifische Merkmale & Taktik
Minenschächte: Spezielle Einweisung in die Handhabung der vertikalen Minenschächte bei großen Minenlegern vom Typ X B, die bis zu 66 Minen vom Typ SMA führen konnten.
Verdeckter Ausstoß: Drill im geräuscharmen Ausstoß von Minen durch die Torpedorohre bei getauchter Fahrt, um die Entdeckung durch feindliche Horchstellen zu vermeiden.
Sicherheitsdrill: Verfahren zum Schärfen der Waffen unter den beengten Bedingungen an Bord und taktische Manöver zur gefahrlosen Räumung des eigenen Minenfeldes nach dem Legen.
Fronterfahrung: Einbeziehung von Hilfslehrern mit Einsatzerfahrung zur Vermittlung von Tipps für das Verhalten bei Entdeckung durch Einheiten wie die 7. Minensuchflottille des Gegners.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Offensiv-Einsatz: Befähigung des Wachoffiziers zur eigenständigen Vorbereitung und Durchführung von Minenunternehmungen vor feindlichen Haupthäfen und Engstellen.
Transit-Sicherheit: Das Wissen über Sperrwaffen war essentiell für das sichere Einlaufen in Stützpunkte wie den U-Stützpunkt Bergen, die häufig Ziel britischer Luftminen-Abwürfe waren.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine wichtige taktische Zusatzqualifikation für den Einsatz auf Frontbooten wie dem Typ VII C.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung im Minenkrieg.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften der Sperrwaffenschule (S.W.S.) über Fachlehrgänge für U-Boot-Personal.
BArch RM 3 / 1024 Berichte über die Durchführung von Minenunternehmungen und die dafür notwendige Ausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Waffenschulen und Fachlehrgänge).
Rössler, Eberhard "Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Details zu den über Torpedorohre ausgestoßenen Sperrwaffen).
Harnack, Wolfgang "Die Verteidigung der Küsten" (Bedeutung des Minenkrieges für die U-Boot-Waffe).
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