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| Ausbildung
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Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere
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| Der Sperrlehrgang für U-Wachoffiziere war eine hochspezialisierte waffentechnische Ausbildung, die sich mit dem Einsatz von Minen (Sperrwaffen) durch U-Boote befasste. In der Reichsmarine und Kriegsmarine stellte dies eine entscheidende Zusatzqualifikation dar, da Boote häufig für verdeckte Minenoperationen in feindlichen Küstengewässern eingesetzt wurden, um Schifffahrtswege systematisch zu blockieren.
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| Kontext, Standorte und Ausbildungsinhalte
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| Entwicklung: |
Mit der Einführung spezieller U-Minen (Typen TMA und TMB) wurde der Lehrgang ab 1939/40 fester Bestandteil der spezialisierten Wachoffiziersausbildung.
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| Standorte: |
Durchführung primär an der Sperrwaffenschule (S.W.S.) in Kiel-Wik oder in Swinemünde. Obligatorisch für Personal, das für Boote mit Minenkapazität vorgesehen war.
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| Waffenkunde: |
Schulung an Minentypen wie der TMB (Torpedo-Minen-B) oder TMA. Vermittlung der Funktion von Magnet- und Akustikzündern sowie deren Empfindlichkeitseinstellungen.
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| Minenmetrik: |
Präzise Berechnung der Abwurfintervalle und Verankerungstiefen unter Nutzung navigatorischer Kenntnisse aus dem Navigationslehrgang zur exakten Positionierung der Sperre.
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| Spezifische Merkmale & Taktik
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| Minenschächte: |
Spezielle Einweisung in die Handhabung der vertikalen Minenschächte bei großen Minenlegern vom Typ X B, die bis zu 66 Minen vom Typ SMA führen konnten.
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| Verdeckter Ausstoß: |
Drill im geräuscharmen Ausstoß von Minen durch die Torpedorohre bei getauchter Fahrt, um die Entdeckung durch feindliche Horchstellen zu vermeiden.
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| Sicherheitsdrill: |
Verfahren zum Schärfen der Waffen unter den beengten Bedingungen an Bord und taktische Manöver zur gefahrlosen Räumung des eigenen Minenfeldes nach dem Legen.
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| Fronterfahrung: |
Einbeziehung von Hilfslehrern mit Einsatzerfahrung zur Vermittlung von Tipps für das Verhalten bei Entdeckung durch Einheiten wie die 7. Minensuchflottille des Gegners.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Offensiv-Einsatz: |
Befähigung des Wachoffiziers zur eigenständigen Vorbereitung und Durchführung von Minenunternehmungen vor feindlichen Haupthäfen und Engstellen.
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| Transit-Sicherheit: |
Das Wissen über Sperrwaffen war essentiell für das sichere Einlaufen in Stützpunkte wie den U-Stützpunkt Bergen, die häufig Ziel britischer Luftminen-Abwürfe waren.
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| Personalhistorie: |
In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine wichtige taktische Zusatzqualifikation für den Einsatz auf Frontbooten wie dem Typ VII C.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 20 / 1215 |
Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung im Minenkrieg.
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| BArch RM 121 / 162 |
Dienstvorschriften der Sperrwaffenschule (S.W.S.) über Fachlehrgänge für U-Boot-Personal.
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| BArch RM 3 / 1024 |
Berichte über die Durchführung von Minenunternehmungen und die dafür notwendige Ausbildung.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Waffenschulen und Fachlehrgänge).
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| Rössler, Eberhard |
"Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Details zu den über Torpedorohre ausgestoßenen Sperrwaffen).
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| Harnack, Wolfgang |
"Die Verteidigung der Küsten" (Bedeutung des Minenkrieges für die U-Boot-Waffe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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