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| Ausbildung
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Segelbelehrungsfahrt
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| Die Segelbelehrungsfahrt war ein obligatorischer Bestandteil der Grundausbildung für Offizieranwärter der Kaiserlichen Marine, Reichsmarine und Kriegsmarine. Sie diente der Schulung in elementarer Seemannschaft und dem Verständnis von Naturgewalten. Als physisch und psychisch extrem fordernder Ausbildungsabschnitt bildete sie das moralische und praktische Fundament für die spätere Führungsverantwortung auf See.
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| Ausbildungsinhalte & Schulschiffe
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| Einheiten: |
Durchführung auf Segelschulschiffen wie der Niobe, Gorch Fock, Horst Wessel oder der Yacht Seeadler. Die Anwärter arbeiteten hierbei als Matrosen in der Takelage.
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| Seemannschaft: |
Tiefes Verständnis für Wind, Strömung und Schiffsbewegungen ohne Maschinenkraft; Erlernen des Segelsetzens und Manövrierens unter Segeln in der Fähnrichskompanie.
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| Navigation: |
Praktische Anwendung der astronomischen Standortbestimmung und Besteckrechnung als Vorbereitung auf den späteren Navigationslehrgang.
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| Yacht Seeadler: |
Spezialisierte Form der Kleingruppenausbildung; jeder Anwärter musste zeitweise die Rolle des Schiffsführers übernehmen, was Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungskraft schulte.
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| Spezifische Merkmale & Selektion
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| Charakterprüfung: |
In der Reichsmarine galt dieser Abschnitt als härteste Prüfung für die physische Belastbarkeit der Crews; ungeeignete Anwärter wurden hier frühzeitig ausgesondert.
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| Nautische Intuition: |
Entwicklung eines instinktiven Gefühls für die Bewegungen kleiner Fahrzeuge im Wasser, insbesondere durch den Dienst auf der Yacht Seeadler.
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| Wetterfestigkeit: |
Selektion der Offiziere für den harten Brückendienst durch physische Belastung bei Sturm und Nässe auf offenem Deck.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Seegefühl: |
Ein auf Seglern geschultes „Gefühl für das Schiff“ war entscheidend für die Sicherheit bei Überwasserangriffen und die Einschätzung der Grenzen des Bootes im Nordatlantik.
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| Kooperation: |
Die extreme räumliche Beengtheit auf der Yacht simulierte die sozialen Bedingungen auf einem U-Boot und prüfte die Fähigkeit zur Wahrung von Harmonie und Disziplin.
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| Stützpunktansteuerung: |
Die nautische Erfahrung war von unschätzbarem Wert beim Manövrieren unter schwierigen Sichtverhältnissen beim Anlaufen von Basen wie dem U-Stützpunkt Bergen.
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| Personalhistorie: |
Erfolgreiche Fahrten wurden als wesentlicher Leistungsnachweis in der Personalakte (Bestand PERS 6) vermerkt.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Marineschulen: Ausbildungsordnungen und Berichte über Segelbelehrungsfahrten.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Dokumentation der Teilnahme an Schulschiffreisen und Beurteilungen der Anwärter.
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| BArch RM 3 / 1024 |
Dienstvorschriften über die Grundausbildung der Seeoffizieranwärter.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
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| Hildebrand, Hans H. |
"Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Avenarius, Hans-Joachim |
"Die Marineausbildung" (Kontext zur traditionellen Seemannschaft).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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