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13. Vorpostenflottille

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Verband 13. Vorpostenflottille
Die 13. Vorpostenflottille wurde im September 1939 in Stettin aufgestellt und entwickelte sich zu einer zentralen Sicherungseinheit in der Ostsee und später im Westraum. Ausgerüstet mit umgebauten Fischdampfern, leistete die Flottille einen entscheidenden Beitrag zur Geleitsicherung und U-Jagd im Skagerrak sowie vor der holländischen Küste. Mit über 3.000 geleiteten Fahrzeugen bildete sie das logistische Rückgrat für den Nachschubverkehr und die Sicherung der U-Boot-Transitwege im Ärmelkanal und der Nordsee.
Historische Entwicklung und Standorte
Aufstellung: September 1939 in Stettin; Erstausstattung mit 9 älteren Fischdampfern (Kohlefeuerung) unter dem Führer der Vorpostenverbände Ost.
Weserübung: April 1940: Beteiligung an der Besetzung Dänemarks (Gjedserhafen, Kopenhagen, Rönne); anschließend U-Jagd und Geleitdienst im Skagerrak/Kattegat.
Westverlegung: Ab September 1940 Stationierung in Rotterdam; Unterstellung unter den Führer der Vorpostenverbände West (später 1. Sicherungs-Division).
Ende 1945: Die Flottille wurde mit Wirkung zum 31. Januar 1945 offiziell aufgelöst; das Personal und verbliebene Boote wurden in andere Sicherungsbereiche integriert.
Aufgaben und Operativer Werdegang
Bewaffnung: Schwere Bestückung mit 8,8-cm/10,5-cm Geschützen, 2-cm Flak-Vierlingen, 3,7-cm Kanonen, Drahtseilraketen und Wasserbomben zur aktiven U-Jagd.
Geleitsicherung: Sicherung der Route Aalborg-Oslo sowie Transporte für Unternehmen Seelöwe; insgesamt 3.142 geleitete Fahrzeuge bei nur 23 Schiffsverlusten.
Spezialaufgaben: Übernahme von Markbootaufgaben vor der niederländischen Küste sowie Wegablaufen mit ORG (Gerät zur akustischen Minenräumung) ab 1942.
Verlustbilanz: Hoher Einsatzwert unter schweren Verlusten: 115 Gefallene (davon 4 Offiziere), 87 Vermisste und 293 Verwundete im Verlauf der Einsatzjahre.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Transit-Schutz: Sicherung der lebenswichtigen Geleitrouten für U-Boote im Skagerrak und Kattegat gegen feindliche U-Jagd-Verbände und Minengefahr.
Stützpunktsicherung: Vorpostendienst vor Rotterdam und Vlissingen zur Absicherung der dortigen Werft- und Liegeplatzkapazitäten gegen britische Luft- und Seeangriffe.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 106 Flottillen der Sicherungsstreitkräfte: Enthält die detaillierten Kriegstagebücher (KTB) der 13. Vorpostenflottille mit allen Geleitberichten.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der im Einsatz gefallenen oder verwundeten Offiziere und Mannschaften der Flottille.
BArch RM 62 Sicherungs-Divisionen: Dokumentiert die taktische Unterstellung unter die 1. Sicherungs-Division im Westraum.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt: Vorpostenverbände Nordsee und Holland).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Vorpostenflottillen im Bereich West).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8: Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände).
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