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Flak-Waffenleiter-B-Lehrgang

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Ausbildung Flak-Waffenleiter-B-Lehrgang
Der Flak-Waffenleiter-B-Lehrgang war eine spezialisierte technische und taktische Ausbildung für Unteroffiziere der Marineartillerie. Der Zusatz „B“ kennzeichnete zumeist die Qualifizierung für mittlere Flak-Waffen (wie die 3,7-cm-Flak) oder spezifische Leitgeräte-Klassen. Ziel der Ausbildung war die Befähigung zur selbstständigen Führung einer Flak-Gruppe oder eines Geschützabschnitts. Die Teilnehmer wurden intensiv in der Zielansprache, der optischen Entfernungsmessung sowie in der Wartung und Störungsbehebung der automatischen Waffen unter Gefechtsbedingungen geschult.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert im Rahmen der personellen Verstärkung der Flugabwehr; fachlich der Inspektion der Marineartillerie und den Küstenbefehlshabern unterstellt.
Standort: Durchführung an den Marine-Flakschulen (M.A.S.), insbesondere in Misdroy, Swinemünde oder an spezialisierten Schulstandorten im Bereich der Marinestationen.
Lehrinhalte: Praktische Ausbildung an den Richt- und Rechengeräten der mittleren Flak, Flugzeugerkennung bei Tag und Nacht sowie Munitionskunde und ballistische Korrekturverfahren.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Kampfhandlungen und der anschließenden Kapitulation im Mai 1945 wurde der Lehrgangsbetrieb eingestellt und die Ausbildungseinrichtungen aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Sektorleitung: Ausbildung zur taktischen Koordination mehrerer Geschütze innerhalb eines Feuersektors zur Erzeugung effektiver Sperrfeuerzonen gegen Tiefflieger.
Technisches Fachwissen: Umfassende Schulung in der Mechanik und Elektrotechnik der Waffenplattformen, um Ausfälle im Gefecht ohne externe Hilfe beheben zu können.
Zielansprache: Drill der schnellen und präzisen Zielzuweisung für die Geschützbedienungen unter Berücksichtigung von Flugbahn und Eigengeschwindigkeit des Ziels.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brückenflak-Sicherung: Absolventen dieses Lehrgangs stellten auf Front-U-Booten die fachliche Aufsicht über die Bedienung der 3,7-cm-Flak auf dem Wintergarten sicher.
Flak-U-Boote: Einsatz als Gruppenleiter auf den spezialisierten U-Flak-Booten, die zur aktiven Bekämpfung feindlicher Fliegerverbände in der Biskaya ausgerüstet waren.
Stützpunkt-Verteidigung: Führung der Flak-Batterien auf den U-Boot-Bunkern in Frankreich und Norwegen zur Abwehr gezielter Bombenangriffe auf die Werftinfrastruktur.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-I Marineartilleriezeugämter und Flak: Akten über die Ausbildungsvorschriften und die fachliche Gliederung der Flak-Waffenleiter-Lehrgänge.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zu den spezifischen Lehrplänen der Marine-Flakschulen für das Unteroffizierkorps.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über absolvierte Fachlehrgänge für Flugabwehr und die entsprechenden Verwendungen in den Flottillen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marineartillerie: Ausbildungsgänge Flak).
Harnier, Wilhelm „Artillerie an den Küsten und auf See“ (Details zur taktischen Führung der mittleren Flak-Verbände).
Müller, Werner „Die Geschütze, Flak und Schießverfahren der Kriegsmarine“ (Technische Grundlagen der Waffenleitung).
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