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Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 14. März 2026, 10:55 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Bewaffnung Seeminen
Seeminen sind im Wasser platzierte Sprengladungen zur Bekämpfung von Überwasserfahrzeugen und U-Booten. Unter dem Oberbegriff „Sperrwaffen“ zusammengefasst, werden sie primär in Ankertauminen (festgehalten durch ein Drahtseil unter der Oberfläche) und Grundminen (auf dem Meeresboden liegend) unterteilt. Während Ankertauminen meist als mechanische Kontaktwaffen fungieren, nutzen moderne Grundminen Fernzündungsmechanismen, die auf physikalische Veränderungen des Magnet-, Geräusch- oder Druckfelds reagieren. Besonders effektiv ist die Gasblasenwirkung der Grundmine, die Schiffe durch Schockeinwirkung strukturell zerstört oder zum Auseinanderbrechen bringt.
Minentypen und Zündersysteme
Ankertaumine: Befestigung mittels Ankertau am Minenwagen; Auftriebskörper mit Berührungszünder.
Grundmine: Liegend in Tiefen bis ca. 36 m; Fernzündung durch Magnet-, Akustik- oder Drucksensoren.
Kontaktzünder: Chemisch-elektrische Auslösung über Bleikappen (Zündhörner) oder Schlagbolzen.
Abstandszünder: Reaktion auf das physikalische Umfeld; oft mit Zählwerken zur Erschwerung der Räumung.
Spezifische U-Boot-Minen der Kriegsmarine
TMA-Mine: Ankertaumine (230 kg Sprengstoff); Ausstoß aus Torpedorohr; 2 Minen pro Torpedoplatz.
TMB-Mine: Grundmine (560 kg Sprengstoff); Magnetzünder; speziell für U-Boote; 3 Minen pro Torpedoplatz.
TMC-Mine: Schwere Grundmine (930 kg Sprengstoff); gegen Großkampfschiffe; 2 Minen pro Torpedoplatz.
SMA-Mine: Schachtmine (350 kg Sprengstoff); Einsatz aus Minenrohren (Typ VII D / X B); Aluminiumhülle.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Offensive: Verlegung verdeckter Minensperren vor feindlichen Häfen und in Geleitzugswegen.
Defensive: Gefährdung der eigenen Boote beim Passieren flacher Küstengewässer (Mineneigenschutz).
Vielseitigkeit: Kombination aus Torpedobewaffnung und Minenkapazität erhöhte den strategischen Wert.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 21 Inspektion der Sperrwaffen: Akten über Entwicklung und Erprobung von U-Boot-Minen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über Minenunternehmungen der U-Boot-Waffe.
BArch RM 87 BdU / K.d.U.: Vorschriften zur Beladung und zum Ausstoß von TMA/TMB/TMC-Minen.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die Torpedos der deutschen U-Boote“ (inkl. Minenentwicklung für Torpedorohre).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II: Sperrwaffen).
Hartmann, Waldemar „Der Seekrieg: Ausgewählte Kapitel aus der Technik der Sperrwaffen“.
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