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Artillerieoffizierslehrgang

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Datenblatt Artillerieoffizierslehrgang
Der Artillerieoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Fachausbildung für Offiziere der Kriegsmarine, um sie in der Leitung und Durchführung des Feuerkampfes mit Schiffsgeschützen zu qualifizieren.
In der Hierarchie der Ausbildung folgte dieser Lehrgang meist auf die Seeoffizier-Hauptprüfung und war ein wichtiger Baustein für die Verwendung als II. Wachoffizier auf einem Unterseeboot, da dieser traditionell für die Decksbewaffnung verantwortlich war.
Standorte und Durchführung
Die Ausbildung fand primär an den Schiffsartillerieschulen statt:
Schiffsartillerieschule I: In Kiel-Wik (später nach Kappeln/Ellenberg verlegt).
Schiffsartillerieschule II: In Sassnitz auf Rügen (insbesondere für die Flak- und Küstenartillerie).
Für die angehenden Unterseeboot-Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 war meist die Schule in Kiel der zentrale Ort der Ausbildung.
Lehrgangsinhalte
Die Dauer variierte je nach Kriegslage, betrug in Friedenszeiten jedoch mehrere Monate. Die Inhalte umfassten:
Feuerleitung: Die Berechnung von Vorhaltewerten, Entfernungsmessung und die Korrektur der Schusslage bei Seegang.
Waffentechnik: Tiefgehende Kenntnisse über das 8,8-Zentimeter-U-Boot-Geschütz (beim Typ VII) und das 10,5-Zentimeter-Geschütz (beim Typ IX).
Munitionskunde: Handhabung von Spreng- und Leuchtgranaten sowie die Sicherheitsvorschriften für die Lasten (Munitionskammern) an Bord.
Infanteristischer Einsatz: Da Unterseeboote gelegentlich Landziele beschossen oder Prisenkommandos stellten, wurde auch der Einsatz von Handwaffen und leichten Maschinengewehren geschult.
Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
Obwohl das Torpedo die Hauptwaffe des Unterseebootes war, blieb die Artillerie bis Mitte des Krieges für den „Handelskrieg nach Prisenordnung“ (Stoppen und Versenken von Schiffen mit dem Geschütz zur Ersparnis von Torpedos) unverzichtbar.
Der Offizier, der diesen Lehrgang absolviert hatte, fungierte an Bord als Artillerie-Offizier.
Er leitete die Geschützbedienung, die meist aus Männern des Deckspersonals (Matrosen und Maaten) bestand.
Kriegsbedingte Änderungen
Mit der Zunahme der alliierten Luftüberlegenheit ab 1942 verschob sich der Schwerpunkt des Lehrgangs massiv von der Seeziel-Artillerie hin zur Flugabwehr-Artillerie. Viele Offiziere mussten Nachlehrgänge besuchen, um die komplizierteren Optiken und schnelleren Schussfolgen der neuen Flugabwehrkanonen zu beherrschen.
Literaturverweise
Marine-Dienstvorschrift Nummer 395 Ausbildungsvorschrift für die Schiffsartillerie. Dieses Dokument enthält die genauen Schießlehren und taktischen Anweisungen für Artillerieoffiziere.
Hans H. Hildebrand "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis heute" (Band 3) - Biblio-Verlag Osnabrück 1993. | → Deutsche Digitale Bibliothek
Bundesarchiv-Militärarchiv (Bestand RM 45) Akten der Inspektion der Marineartillerie mit Lehrgangsplänen für die Crew 1938 während der Umstellungsphase auf den Kriegsdienst.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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